Anti-Baby-Pille: Gerichtsurteil sorgt möglicherweise für höhere Kosten

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Die Anti-Baby-Pille ist die bevorzugte Wahl bei Frauen, die sich aktuell keine Schwangerschaft wünschen und daher ein Mittel der Empfängnisverhütung suchen. Durch die enthaltenen Hormone ist bei korrekter Einnahme der Pille ein hoher Schutz vor Schwangerschaft gegeben.

Aufgrund einer Entscheidung des Bundessozialgerichts in Kassel kann es nun dazu kommen, dass das Verhütungsmittel deutlich teurer wird. Hier erfahren Sie mehr über die Gründe und Auswirkungen des Urteils, über Spartipps beim Kauf der Pille und mögliche Alternativen.

Was sagt das Gerichtsurteil zu Kosten für die Anti-Baby-Pille

Das Bundessozialgericht in Kassel, kurz BSG, hatte über die Festsetzung der Erstattungsgrenze zu entscheiden, die Krankenkassen im Hinblick auf die Anti-Baby-Pille vorgenommen hatten. Durch diese Erstattungshöchstgrenze ist es seit 1995 möglich gewesen, auf die Preisentwicklung durch die Pharmakonzerne massiv einzuwirken. Das BSG kam zu dem Urteil, dass Krankenkassen solche Höchstbeträge der Erstattung im Fall der Pille nicht festlegen dürfen. Grund dafür ist, dass es sich bei der Pille nicht um ein Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten sondern um ein Verhütungsmittel handelt.

Ohnehin haben die meisten Krankenkassen nur bei wenigen Frauen die Kosten der Pille erstattet, nämlich bei Frauen unter 20 und in Fällen mit einer medizinischen Notwendigkeit. Damit haben lediglich rund 20 Prozent der Frauen, die die Pille regelmäßig einnehmen, die Kosten von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen. Das Urteil des BSG hat diese Praxis der Erstattungsgrenze nun für unrechtmäßig erklärt. Als Folge erwarten Experten einen Anstieg der Kosten für die Anti-Baby-Pille.

Die Anti-Baby-Pille ist die bevorzugte Wahl bei Frauen, die sich aktuell keine Schwangerschaft wünschen und daher ein Mittel der Empfängnisverhütung suchen. Durch die enthaltenen Hormone ist bei korrekter Einnahme der Pille ein hoher Schutz vor Schwangerschaft gegeben. (#01)

Die Anti-Baby-Pille ist die bevorzugte Wahl bei Frauen, die sich aktuell keine Schwangerschaft wünschen und daher ein Mittel der Empfängnisverhütung suchen. Durch die enthaltenen Hormone ist bei korrekter Einnahme der Pille ein hoher Schutz vor Schwangerschaft gegeben. (#01)

Welche Alternativen zum Kauf in der Apotheke haben Verbraucher?

Bereits seit einigen Jahren stellen Online-Apotheken eine Alternative zum Kauf in der lokalen Apotheke vor Ort dar. Es ist auf der einen Seite praktisch, ein Medikament online zu bestellen und per Post nach Hause geliefert zu bekommen. Auf der anderen Seite sind die Angebote der Online-Apotheken häufig auch noch günstiger oder locken zumindest mit zeitweisen Rabattaktionen. So können Verbraucher beim Kauf schnell zehn Prozent des Einkaufswertes oder mehr sparen. Ein erst kürzlich ausgesprochenes Urteil des Europäischen Bundesgerichtshofs stärkte die Position der Online-Apotheken.

Im Vorfeld kam es zu Protesten von Apothekern gegen die Unterwanderung der festen Arzneimittelpreise durch eine große Versandapotheke aus dem Ausland. Der Europäische Gerichtshof hat jedoch zugunsten des Anbieters entschieden. Im dürfte der Zugang zum deutschen Markt nicht erschwert werden, weshalb die Festpreise für Medikamente als deutsche Gesetzgebung in diesem Fall nicht zu berücksichtigen sind. Damit wurden den Onlineapotheken die Türen nach Deutschland noch ein Stück weiter geöffnet.

Für den Verbraucher ist diese Entwicklung durchaus vorteilhaft. Das einfache Bestellen von Medikamenten im Internet ist rund um die Uhr möglich und bei den meisten Anbietern mit wenigen Klicks abgeschlossen. Selbstverständlich gelten auch im Falle der Versandapotheken aus dem Internet strenge Regeln bei der Qualität und Sicherheit der angebotenen Arzneimittel. Hier müssen Kunden keine schlechteren Voraussetzungen als in der örtlichen Apotheke fürchten.

Durch den deutlich höheren Umsatz und die größeren Mengen der verkauften Produkte können einige Versandapotheken jedoch attraktivere Preise anbieten als der Apotheker vor Ort. Das gilt selbstverständlich besonders stark für frei verkäufliche Arzneimittel. Auch auf eine Beratung müssen Kunden nicht in jedem Fall verzichten. Einige Versandapotheken bieten per Video-Chat oder Email eine Beratung ihrer Kunden zur richtigen Arzneimittelwahl an. Bei allen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist es üblich, dass der Kunde der Versandapotheke das Rezept des Arztes zukommen lässt. Das geschieht meistens über einen vorab zur Verfügung gestellten und bereits frankierten Umschlag auf dem Postweg.

 Selbstverständlich ersetzt das Online Rezept für die Anti-Baby-Pille nicht die regelmäßig notwendigen Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen. Sie sollten in jedem Fall trotzdem wahrgenommen werden. (#02)

Selbstverständlich ersetzt das Online Rezept für die Anti-Baby-Pille nicht die regelmäßig notwendigen Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen. Sie sollten in jedem Fall trotzdem wahrgenommen werden. (#02)

Kauf der Anti-Baby-Pille ohne Gang zum Arzt

Der gängige Weg für eine Frau, um die Anti-Baby-Pille als Empfängnisverhütung zu erhalten, führte bisher über den Besuch beim Gynäkologen. Er stellt in der Regel das notwendige Rezept für den anschließenden Kauf der Pille aus. Vorab erfolgt üblicherweise eine gründliche Untersuchung der Patientin. Dieser Gang zum Arzt ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Frauen können sich auch ein Online Rezept für die Pille ausstellen lassen und dieses anschließend zum Kauf verwenden.

Dazu müssen sie vorab einen Fragebogen ausfüllen, der anschließend von Experten kurz ausgewertet wird. Sollten keine Komplikationen vorliegen, wird danach das Online Rezept ausgestellt. Das erspart Frauen den Termin beim Frauenarzt, auf den sie nicht selten mehrere Wochen warten müssen. Außerdem fallen Anfahrtsweg und Wartezeit in der Praxis weg. Selbstverständlich ersetzt das Online Rezept für die Anti-Baby-Pille nicht die regelmäßig notwendigen Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen. Sie sollten in jedem Fall trotzdem wahrgenommen werden.

Unterschiede bei der Anti-Baby-Pille

Zwar wird die Anti-Baby-Pille immer zur Empfängnisverhütung eingesetzt, es gibt jedoch deutliche Unterschiede bei den Präparaten der verschiedenen Pharmaunternehmen. Diese Unterschiede bestehen vor allem in den enthaltenen Hormonen und in der Dosierung der Hormone.

Die Kombinationspille ist die am weitesten verbreitete Art der Anti-Baby-Pille und enthält sowohl Gestagen als auch Östrogen. Hierbei kann sich die Art des Gestagens von Präparat zu Präparat unterscheiden. Eine andere Variante ist die Minipille, die vollständig auf Östrogen verzichtet und nur Gestagen enthält. Durch die geringe Konzentration von Hormonen greift die Minipille kaum in den eigenen Hormonhaushalt der Frau ein und wird häufig bei jungen Frauen verschrieben. Sie muss jedoch nach den exakten Vorgaben des Beipackzettels eingenommen werden, um als Mittel der Empfängnisverhütung sicher zu wirken. Die Minipille gilt als etwas unsicherer, als die Kombinationspille.

Ein weiterer Unterschied zwischen den Sorten der Anti-Baby-Pille liegt in der enthaltenen Hormonmenge je Pille. Es gibt Einphasenpillen und Mehrphasenpillen. Eine Einphasenpille enthält den gesamten Zyklus über die gleiche Menge und Art des Hormons. Bei der Mehrphasenpille unterscheidet sich die Hormonkonzentration im Laufe des Zyklus. Hierbei ist es besonders wichtig, die Pille in der richtigen Reihenfolge einzunehmen. Eine Markierung auf der Verpackung erleichtert dabei in der Regel die korrekte Einnahme.

Die Anti-Baby-Pille ist selbstverständlich nicht die einzige Möglichkeit, mit der Frauen eine Schwangerschaft verhindern können. Viele weitere Möglichkeiten zur dauerhaften Empfängnisverhütung werden von der Pharmaindustrie und von Ärzten angeboten. (#03)

Die Anti-Baby-Pille ist selbstverständlich nicht die einzige Möglichkeit, mit der Frauen eine Schwangerschaft verhindern können. Viele weitere Möglichkeiten zur dauerhaften Empfängnisverhütung werden von der Pharmaindustrie und von Ärzten angeboten. (#03)

Alternative Möglichkeiten der Empfängnisverhütung

Die Anti-Baby-Pille ist selbstverständlich nicht die einzige Möglichkeit, mit der Frauen eine Schwangerschaft verhindern können. Viele weitere Möglichkeiten zur dauerhaften Empfängnisverhütung werden von der Pharmaindustrie und von Ärzten angeboten. Hierzu sollte sich eine Frau vorab gründlich informieren lassen und anschließend mit dem behandelnden Arzt zusammen den individuell besten Weg zur Empfängnisverhütung wählen. Neben der Anti-Baby-Pille kommen folgende Verhütungsmethoden in Frage:

  • Das Kondom dient vor allem bei gelegentlichem Geschlechtsverkehr als Verhütungsmittel und schützt gleichzeitig vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Eine Depotspritze enthält ähnlich wie die Anti-Baby-Pille Hormone und wird alle drei Monate injiziert. Sie eignet sich für Frauen, denen die regelmäßige Einnahme der Pille schwerfällt.
  • Der Verhütungsring ist ein Vaginalring, welcher Hormone abgibt. Er wird einmal pro Monat ausgewechselt.
  • Die Spirale müssen sich Frauen beim Gynäkologen einsetzen lassen. Sie verbleibt üblicherweise zwischen drei und fünf Jahre in der Gebärmutter und wird dann erneuert.
  • Das Diaphragma gestaltet sich in der korrekten Benutzung als etwas schwierig, ist jedoch bei richtiger Verwendung ein sicheres Verhütungsmittel für Frauen.
  • Eine Sterilisation bei der Frau ist ein endgültiger Entschluss und mit einem operativen Eingriff verbunden. Diese Form der Empfängnisverhütung ist in der Regel erst ab 30 Jahren oder nach abgeschlossener Familienplanung möglich.

Frauen, die bereits seit vielen Jahren auf die Anti-Baby-Pille als Verhütungsmittel setzen, sollten nach dem gefallenen Urteil in Kassel ihre Bezugsquelle für die Pille überprüfen und einen möglicherweise günstigeren Weg für den Kauf finden. Auch kann es sinnvoll sein, sich über andere Methoden der Empfängnisverhütung beraten zu lassen.


BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild: _ Image Point Fr -#01: Aleksandar Karanov   -#02: wavebreakmedia -#03: Kriang kan

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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