Aktuelle Rechtslage: Das Aus für stationäre Casinos?

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Nicht jeder kann ein Casino eröffnen, auch wenn die schiere Anzahl der Anbieter im Internet dies vermuten lässt. Vor allem an die Eröffnung eines stationären Casinos sind bestimmte Auflagen gebunden.

Wer kann ein Casino eröffnen?

Wer ein Casino führen möchte, eröffnet damit ein erlaubnispflichtiges Gewerbe. Das heißt, die aktuelle Rechtslage ist derart gestaltet, dass Sie immer eine Erlaubnis zum Führen einer Spielothek oder eines Casinos benötigen. Die Erlaubnis brauchen Sie dann, wenn Sie das Casino dauerhaft und im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit betreiben wollen und wenn Sie damit die Absicht zur Gewinnerzielung haben. Das heißt, die Erlaubnis muss eingeholt werden, wenn Sie einen Gewerbebetrieb eröffnen wollen.

Das Verbraucherschutzamt stellt dann die Erlaubnis aus, wenn Sie nachweisen können, dass Sie zuverlässig arbeiten, polizeilich nicht registriert sind und Räume nutzen, die niemanden gefährden und den polizeilichen Anforderungen genügen. Außerdem dürfen Sie Kinder und Jugendliche nicht gefährden: Die Eröffnung des Casinos direkt neben einer Schule oder neben einem Kindergarten wäre damit nicht erlaubsnisfähig.

Beim Gewerbeamt müssen Sie folgende Unterlagen vorweisen:

  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts
  • Führungszeugnis
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister
  • Positive Schufa-Auskunft
  • Bei Beteiligung als Unternehmen an einem Casino: Auszug aus dem Handelsregister
  • Dokumentation der Abschlussabnahme des Gebäudes

Zumindest der Punkt, der das Gebäude betrifft, fällt bei der Eröffnung eines Onlinecasinos weg. Da liegt es im einiges näher, ein Angebot wie auf sportwetten.org zu bieten und damit das Raumproblem völlig zu umgehen.

Die Aufsicht des Casinos muss geklärt werden, in der Regel wird auch diese vom Ministerium des Inneren übernommen. ( #01)

Die Aufsicht des Casinos muss geklärt werden, in der Regel wird auch diese vom Ministerium des Inneren übernommen. ( #01)

Konzession vom Ministerium des Inneren

Die Erlaubnis trägt auch den Namen „Konzession“ und wird normalerweise vom Ministerium des Inneren erteilt. Hier wird auch mitgeteilt, welche Dokumente und Unterlagen beizubringen sind, damit die Konzession herausgeben werden kann. Vor allem geht es um die Person des Unternehmers, seine finanzielle Lage, die Kapitalplanung und um die bisherige Einhaltung aller rechtlichen Vorschriften.

Auch die Aufsicht des Casinos muss geklärt werden, in der Regel wird auch diese vom Ministerium des Inneren übernommen. Es geht dabei um die Überwachung des Betriebs, um das Betreten und Besichtigen der Räumlichkeiten, um das Recht auf Auskunft zum Casino und um die Teilnahme an Besprechungen und Sitzungen. Außerdem unterliegt ein Casino der Staatlichen Lotterieverwaltung und dort der Aufsicht durch die Spielbankenüberwachung.

Viele Jahre lang zeigte der Trend bei den Casinos konsequent bergab. Die stationären Spielhallen schrieben immer weiter rote Zahlen, während die Online-Ableger immer größer wurden. (#02)

Viele Jahre lang zeigte der Trend bei den Casinos konsequent bergab. Die stationären Spielhallen schrieben immer weiter rote Zahlen, während die Online-Ableger immer größer wurden. (#02)

Online-Casino im Kommen?

Viele Jahre lang zeigte der Trend bei den Casinos konsequent bergab. Die stationären Spielhallen schrieben immer weiter rote Zahlen, während die Online-Ableger immer größer wurden. Sie bringen den Spielern auch unschätzbare Vorteile wie eine große Spieleauswahl und das Spielen unabhängig von der Tages- und Nachtzeit. Viele Casinos mussten bereits schließen, weil ihnen die Kundschaft weggeblieben ist.

Dank der Möglichkeit, beispielsweise in Malta eine Lizenz zu erwerben, gab es immer mehr Online-Anbieter. Doch die jüngste Entwicklung zeigt, dass die stationären Casinos noch längst nicht ausgestorben sind. Hatten Experten eigentlich schon das Ende der Glücksspiel-Ära ausgerufen, zeigt sich diese durchaus beharrlich und fasst wieder Fuß.

Ein Problem der stationären Casinos besteht darin, dass die meisten Kunden nicht mehr zufrieden sind. Ihnen ist die Auswahl der Spiele zu gering, im Internet ist diese doch deutlich größer! Der moderne Zocker von heute will eine große Auswahl geboten bekommen und ständig zwischen verschiedenen Spielen wechseln können, die natürlich alle bei einem Anbieter vorhanden sein müssen. Das kann eine Spielhalle schon allein aufgrund des beschränkten Platzangebots nicht leisten.

Ein weiteres Problem: Viele Casinos sind schrecklich konservativ. Hier herrscht noch ein Dresscode, teilweise wird Eintritt verlangt. Im Internet ist so etwas natürlich unbekannt, was gerade die jungen Menschen dazu bringt, sich lieber dort umzusehen. Wer jetzt ein Casino eröffnen will, muss sich nicht nur mit den rechtlichen Gegebenheiten auseinandersetzen, sondern auch mit den Wünschen der Kunden.

Was wollen die Spieler?

Wie bereits gesagt wurde, ist es im Sinne der meisten Spieler, wenn sie keine Eintrittsgebühren zahlen müssen und wenn es ihnen überlassen ist, ob sie in Jeans und Shirt oder im Schlafanzug um Geld zocken. Gleichzeitig wollen sie einen großen Leistungsumfang und viele verschiedene Spielmöglichkeiten geboten bekommen. Allerdings kollidieren diese Wünsche oftmals mit den räumlichen Gegebenheiten, die in dieser Form nicht zur Verfügung stehen.

Dass Spieler auf große Jackpots hoffen, dürfte ebenfalls bekannt sein und keinen Unterschied zwischen der Online- und der stationären Variante des Casinos machen. Viele Casinos gehen daher den Weg und versuchen, sich sowohl lokal als auch online zu positionieren. Die guten Gründe für das Online-Casino werden dann mit den Vorteilen des stationären Casinos verbunden und die Spieler genießen sowohl Sicherheit als auch große Auswahl.

Wie bereits gesagt wurde, ist es im Sinne der meisten Spieler, wenn sie keine Eintrittsgebühren zahlen müssen und wenn es ihnen überlassen ist, ob sie in Jeans und Shirt oder im Schlafanzug um Geld zocken. (#03)

Wie bereits gesagt wurde, ist es im Sinne der meisten Spieler, wenn sie keine Eintrittsgebühren zahlen müssen und wenn es ihnen überlassen ist, ob sie in Jeans und Shirt oder im Schlafanzug um Geld zocken. (#03)

Weitere Entwicklung der Casinos

Es ist derzeit nicht erkennbar, ob und wie sich die Casinos in den Städten weiterentwickeln werden. Der Ruf nach immer mehr Freiheiten steht der Begrenzung selbiger durch diverse Rechtsvorschriften im Weg. Allerdings dürfte klar sein, dass nur eine Verbindung beider Varianten zum Erfolg führen wird und dass beispielsweise große Events besser vorab im Internet angekündigt werden. Vielleicht werden auch die verschiedenen Spiele, die stationär angeboten werden, im Netz zum Üben offeriert, sodass die Spieler gut vorbereitet in einen Wettbewerb gehen können.

Möglich ist auch die Zukunftsvision, bei der eine Verbindung zwischen beiden Spielvarianten hergestellt wird und wo Spieler vor Ort zeitlich mit den Spielern im Netz aktiv sind und gegeneinander bzw. miteinander spielen. Das Aus für die stationären Spielhallen ist allerdings längst nicht besiegelt, denn der nun unterbrochene Abwärtstrend ist ein gutes Zeichen dafür, dass es durchaus Spielfreunde gibt, die sich abends oder am Wochenende lokal treffen und zocken wollen. Das Internet-Glücksspiel macht einsam, ermöglicht es doch kein gemeinsames Spiel, zumindest nicht in der derzeitigen Konstellation.

Interessant ist, wie verschieden die Entwicklung jeweils ist. Denn: Während in einer Stadt die Casinos schließen müssen, weil sie dauerhaft rote Zahlen schreiben, werden in anderen Städten neue eröffnet. Ob hier die Stadt dadurch neue Einnahmequellen sieht oder ob das Geschäftskonzept als besonders schlüssig erkannt wurde, ist jedoch nicht bekannt. Fakt ist aber, dass die Entwicklung in den Städten deutlich auseinandergeht und dies nicht immer abhängig von den Online-Angeboten ist. Die aktuelle Rechtslage spielt hier keine Rolle, vielmehr geht es um die finanzielle Entwicklung, die ausschlaggebend für Schließung oder Neueröffnung ist.

In Deutschland ist von einer Marktsättigung auszugehen, wenn es um die landbasierten Spielbanken geht. Der Grund liegt im Internet, denn hier ist das Angebot einfach so groß, dass kein weiterer Bedarf mehr besteht. (#04

In Deutschland ist von einer Marktsättigung auszugehen, wenn es um die landbasierten Spielbanken geht. Der Grund liegt im Internet, denn hier ist das Angebot einfach so groß, dass kein weiterer Bedarf mehr besteht. (#04)

Fazit: Stationäre Casinos vor dem Aus?

In Deutschland ist von einer Marktsättigung auszugehen, wenn es um die landbasierten Spielbanken geht. Der Grund liegt im Internet, denn hier ist das Angebot einfach so groß, dass kein weiterer Bedarf mehr besteht. Seit einigen Jahren wurden etliche Spielbanken geschlossen, man sprach hier von einer „Reinigung des Marktes“. Dieser Trend ist heute passé, es geht vielmehr wieder um die Eröffnung von neuen Casinos. Der Trend ist jedoch regional sehr verschieden, denn gerade Nordrhein-Westfalen und Bayern kämpfen damit, dass die Besucherzahlen der Casinos ständig rückläufig sind. Das Land vergibt seine Konzessionen nicht gerade großzügig, teilweise werden diese Erlaubnisse nur für das Betreiben von Automatenspielen vergeben.

Auf Basis der bisherigen Beobachtungen kann davon ausgegangen werden, dass auch in Zukunft Poker, Roulette und Blackjack stationär gespielt werden und ihre treue Anhängerschaft behalten. Die Existenzberechtigung der Landesspielbanken sowie der verschiedenen stationären Casinos bleibt daher bestehen. Allerdings ist die Frage, ob es noch neuer Spielangebote bedarf oder ob die Anforderungen der Spieler nicht durch die Onlinespiele gedeckt werden können. In absehbarer Zeit ist daher nicht zu erwarten, dass die Glücksspiellandschaft von stationären Angeboten bereinigt wird, vor allem dann nicht, wenn die Angebote im Internet legalisiert werden.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Alex Ovchinnikoff1-#01:  Soifer -#02: nazarovsergey -#03: Antonio Guillem  -#04: Mar1kOFF

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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