Internettelefonie: Microsoft übernimmt Skype gegen den Willen von Cisco und Messagenet

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Im September 2011 kündigte der amerikanische Software- und Hardwarehersteller Microsoft an, sich mit Skype zusammenschließen zu wollen. Der derzeit weltweit größte Softwarehersteller wurde bereits im April 1975 gegründet und entwickelt sowie verkauft Computerprogramme. Bei dem bekanntesten Produkt der Firma handelt es sich um das Betriebssystem Windows. Das Unternehmen stellt außerdem Dienstleistungen zur Verfügung, um Privat- und Geschäftskunden die Kommunikation über das Internet zu ermöglichen.

Cisco und Messagenet gegen Microsoft-Monopol

Bei Skype handelt es sich wiederum um eine kostenlose Software, die im Jahr 2003 erschien und über die ihre Kunden gebührenfreie via Internet telefonieren können. Auch die Übertragung von Dateien, Videotelefonie und Konferenzschaltungen mit bis zu 25 Gesprächsteilnehmern sind mit dieser Software möglich. Da Microsoft durch die Fusion mit Skype im Bereich der Privatkommunikation seinen Marktanteil auf bis zu 90 Prozent ausbaute, befürchteten zwei konkurrierende Unternehmen, Cisco und Messagenet, dass Microsoft die Marktmacht übernehmen und somit ein Monopol entstehen könnte. Aus diesem Grund wollten Cisco und Messagenet von der Kommission wissen, ob der geplante Zusammenschluss wettbewerbswidrige Auswirkungen hat.

Kommission: keine Behinderung des Wettbewerbs durch Microsoft

Die Kommission zerstreute jedoch im Oktober 2011 diese Zweifel, indem sie erklärte, dass ein Zusammenschluss von Microsoft und Skype sowohl mit dem Binnenmarkt als auch mit dem Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum zu vereinbaren sind. Cisco und Messagenet gaben sich jedoch mit dieser Stellungnahme nicht zufrieden und reichten bei Gericht Klage gegen diesen Beschluss der Kommission ein. Die Europäische Union wies die Klage jedoch mit der Begründung ab, dass Microsoft trotz des Zusammenschlusses mit Skype keine Marktmacht habe und somit den Wettbewerb innerhalb des Binnenmarktes nicht behindern würde. Darüber hinaus handelt es sich laut der Europäischen Union bei der Privatkommunikation via Internet um ein stark schwankendes Segment, sodass Marktanteile schnell verloren gehen können. Zudem seien die PC-Programme von Microsoft zwar weiterhin sehr präsent auf dem Markt, doch die Bedeutung der Privatkommunikation nehme größtenteils für die neuen Plattformen Smartphones und Tablets zu.

Cisco und Messagenet hatten außerdem die Befürchtung, dass durch den Zusammenschluss ein neues Produkt entstehen könnte, das sich aus Skype sowie Lync, Microsofts Produkt für Geschäftskunden, zusammensetzt. Doch auch dieses Vorbringen wies die Europäische Union zurück, da bisher nicht sicher sei, ob ein solches Produkt den Wettbewerb behindern könnte.


Bildnachweis: Titelbild: ©Shutterstock – mlasaimages

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