Am 16. Juli 2025 entschied das Landgericht Bochum, dass der zwischen der Pfando GmbH und ihrem Kunden abgeschlossene Kaufvertrag sowie der anschließende Mietvertrag mit der Pfando Vermietung GmbH wegen Sittenwidrigkeit vollständig nichtig sind. CLLB Rechtsanwälte erstritten für ihren Mandanten die Rückerstattung sämtlicher ungerechtfertigter Zahlungen. Das rechtskräftige Urteil stärkt die Verbraucherrechte im Cash & Drive-Modell, wirkt präzedenzbegründend und bietet vertragliche Rechtssicherheit. Eine Berufung der Pfando-Gesellschaften wurde abgewiesen, konkret und nachhaltig wirken.
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Cash & Drive: Verkauf, Rückmiete und Versteigerungs-Rückkauf ermöglichen Liquidität
Im Cash-&-Drive-Modell verkauft der Kunde sein Fahrzeug zunächst an die Pfando GmbH und schließt anschließend mit der Pfando Vermietung GmbH einen kurzfristigen Mietvertrag. Dadurch erhält er unmittelbar Liquidität, behält jedoch das Nutzungsrecht am Auto für die vereinbarte Mietdauer. Nach Ablauf der Mietfrist kann er das Fahrzeug erneut ersteigern und zurückerwerben. Auf diese Weise verbindet dieses Modell finanzielle Flexibilität mit fortgesetzter Mobilität und einer transparent geregelten Rückkaufoption zu fairen verlässlichen Konditionen.
LG Bochum erklärt Cash & Drive Modell Autoverkauf sittenwidrig
Im Urteil vom 16. Juli 2025 hat das Landgericht Bochum betont, dass der Kaufvertrag mit der Pfando GmbH und der anschließende Mietvertrag mit der Pfando Vermietung GmbH nicht isoliert zu betrachten sind, sondern als einheitliches, zusammenhängendes Rechtsgeschäft. Diese rechtliche Einschätzung verdeutlicht, dass das Cash & Drive-Modell bei deutlichen Unverhältnismäßigkeiten zwischen Zahlungen und tatsächlichem Nutzungswert als sittenwidrig eingestuft werden kann und damit nichtig ist. Verbraucher genießen dadurch höhere Rechtssicherheit und Schutz.
Landgericht bewertet 63-Euro-Miete als verdeckte Kreditfinanzierung und deutlichen Wucher
Mit einer täglichen Miete von 63 Euro, was über den Zeitraum von vier Wochen 1.764 Euro ergibt, legt das Gericht dar, dass die Vereinbarung nicht allein der Nutzung des Fahrzeugs dient. Stattdessen wird Kapital gegen Entgelt überlassen, da die Zahlungshöhe deutlich über üblichen Nutzungsgebühren liegt. Ein viermonatiger Mietvertrag würde insgesamt 7.155 Euro kosten, was etwa 70 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises stellt und somit die Finanzierungsfunktion unterstreicht und verdeutlicht versteckte Finanzierungskosten.
Nutzungsersatz führt zu über 100 Prozent Jahreszins und Wucher
Nach Abzug des Kostenausgleichs verbleibt eine Belastung von 1.480 Euro für je vier Wochen. Auf ein Jahr hochgerechnet entspricht dies einem nominalen Zinssatz von mehr als 100 Prozent. Bei Berücksichtigung aller Gebühren und Zinseszins-Effekte resultiert ein effektiver Jahreszins von über 150 Prozent. Dieses finanzielle Modell überschreitet damit deutlich die Grenzen eines marktüblichen Entgelts und erfüllt die Kriterien eines wucherähnlichen Geschäfts im Sinne der Rechtsprechung und verstößt gegen gesetzliche Vorgaben klar.
Landgericht erklärt Miet- und Kaufverträge sittenwidrig und fordert Rückzahlung
Da die zugrunde liegenden Vertragsvereinbarungen wegen ihrer Sittenwidrigkeit als von Anfang an nichtig anzusehen sind, steht dem Kläger ein uneingeschränkter Erstattungsanspruch für sämtliche im Rahmen dieses Geschäfts bereits geleisteten Zahlungen zu. Die spezialisierten Anwälte von CLLB Rechtsanwälte haben diese Rückzahlungsforderung formell geltend gemacht und durch konsequentes Vorgehen sowohl die vollständige Rückerstattung sämtlicher anfallender Beträge für ihren Mandanten erwirkt als auch dessen finanzielle Interessen erfolgreich durchgesetzt und effizient rechtlich dauerhaft abgesichert.
Berufung der Pfando-Gesellschaften durch LG Bochum bereits endgültig zurückgewiesen
Am 7. April 2026 lehnte das zuständige Gericht die von den Pfando-Gesellschaften erhobene Berufung als unzulässig ab. Damit wurde das Urteil des Landgerichts Bochum endgültig bestätigt und erlangte Rechtskraft. Sämtliche verfahrenstechnischen Möglichkeiten seitens der Beklagten entfallen nun, sodass die Entscheidung unanfechtbar Bestand hat. Für den Kläger bedeutet dies Rechtssicherheit und klare Vollstreckungsgrundlagen. Die juristische Auseinandersetzung schließt sich somit endgültig und bindend ab, ohne weitere Instanzenzugänge und schafft verbindliche, gerichtsübergreifende Präzedenzfälle.
Das Urteil des Landgerichts Bochum stärkt maßgeblich die Verbraucherrechte im Cash-&-Drive-Modell, indem es verdeckte Finanzierungsstrukturen in Mietverträgen als unzulässige Darlehen qualifiziert. Mandanten profitieren von eindeutigen rechtlichen Vorgaben, die eine Rückforderung überhöhter Mietzahlungen ermöglichen. CLLB Rechtsanwälte demonstriert durch präzise Prüfung vertraglicher Vereinbarungen, wie eine effektive Durchsetzung von Erstattungsansprüchen gelingt und dabei erhebliche Summen zurückgewonnen werden. Gleichzeitig erhöht sich die Rechtssicherheit für alle Beteiligten nachhaltig über transparente Vertragsgestaltung hinaus und künftige Vertragsmodelle.

