USA: Artikel und Größen des MiLoG sind in Amerika längst Usus

0

Die Debatte um den Mindestlohn geht um die ganze Welt und ist nicht nur auf einzelne Länder beschränkt. Bereits im Jahr 1869 gab es in Neuseeland einen ersten Gesetzesentwurf zum Thema der Lohnschlichtung und seit 1938 gibt es in den USA Mindestlöhne. Zur damaligen Zeit ging es jedoch vor allem darum, dass „die weißen Arbeitnehmer“ in den Vereinigten Staaten von Amerika anders entlohnt werden als „die schwarzen Arbeitnehmer“. Heute steht bei der Debatte um den Mindestlohn die Gleichberechtigung im Fokus.

Wichtiges Thema in den USA

Der Mindestlohn hat schon lange eine wichtige Rolle in den USA. Das Gesetz von 1938 hat heute noch Bestand, auch wenn es nun natürlich angeglichen wurde. Zur damaligen Zeit lag der Mindestlohn bei 0,25 US-Dollar. Im Laufe der Jahrzehnte wurde er jedoch stetig angepasst. Während der Mindestlohn in den USA von 2009 bis ins Jahr 2014 bei einem Satz von 7,25 US-Dollar lag, gab es nun noch einmal eine deutliche Erhöhung. So hat der derzeitige US-Präsident Barack Obama entschieden, dass alle Arbeitnehmer, die ab dem 1. Januar 2015 einen Arbeitsvertrag eingehen, mit einem Mindestlohn von 10,10 US-Dollar rechnen können. Umgerechnet in Euro liegt der Mindestlohn damit in den USA derzeit bei etwa 7,48 Euro.

Die Regelung und die Möglichkeiten der Bundesstaaten

Der in den USA vorgegebene Mindestlohn ist eine nationale Regelung, die in den einzelnen Bundesstaaten noch angepasst werden kann. Die Anpassung ist jedoch nur nach oben hin möglich. Bisher gibt es eine große Anzahl an Bundesstaaten, die sich dazu entschlossen haben, den Mindestlohn innerhalb ihres Staats noch weiter nach oben zu setzen. Teilweise gibt es sogar innerhalb der Städte noch zusätzliche Mindestlohnregelungen. Wer eine Arbeitsstelle in San Francisco in Kalifornien annimmt, der kann derzeit mit einem Mindestlohn von 10,55 US-Dollar rechnen.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Wie viele Gesetze gibt es auch beim Mindestlohn Einschränkungen, die dafür sorgen, dass dennoch nach wie vor viele Amerikaner zu einem Tarif arbeiten, der unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. Im Jahr 2012 waren es immerhin noch rund 2 Millionen Arbeitnehmer, die mit weniger Gehalt nach Hause gegangen sind als von der Bundesregierung angesetzt wurde. Häufig sind die geringeren Löhne branchenspezifisch und orientieren sich an den Lücken im Gesetz. Besonders stark betroffen sind die Kellner. Wer als Kellner in den USA angestellt wird, der hat einen anderen gesetzlichen Mindestlohn als andere Arbeitnehmer. Grund hierfür ist das Trinkgeld, das mit 15 Prozent mit einberechnet wird. Erhalten Kellner weniger Trinkgeld, kommen sie nicht auf ihren Mindestlohn.

Mehr Arbeitslosigkeit durch Mindestlohn?

Diskussionen entstehen in den USA immer wieder über die Frage, ob der Mindestlohn dazu führen kann, dass sich die Arbeitslosigkeit erhöht. Im Jahr 2010 wurde dazu eine Untersuchung mit der Bezeichnung „Minimum Wage Effects Across State Borders“ veröffentlicht. Aus dieser Untersuchung geht hervor, dass es keine Verbindung zu dem Mindestlohn und der Arbeitslosigkeit gibt. Das bestätigt auch ein genauer Blick auf die Bundesstaaten. So verfügt beispielsweise Kalifornien über einen überdurchschnittlichen Mindestlohn aber auch über eine überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit. Im Süden der USA ist der Mindestlohn besonders gering, die Arbeitslosigkeit aber ebenfalls hoch.


Bildnachweis: Titelbild: ©Shutterstock – Greg Soybelman

Über 

Hans-Jürgen Schwarzer (Link Google+) leitet die Online-Agentur schwarzer.de software + internet gmbh. Als Unternehmer und Verleger in Personalunion wie auch als leidenschaftlicher Blogger gehört er zu den Hauptautoren von startup-report.de. Innerhalb seiner breiten Palette an Themen liegen dem Mainzer Lokalpatriot dabei vermeintlich „schräge“ Ideen oder technische Novitäten besonders am Herzen.

    Find more about me on:
  • googleplus

About Author

Hans-Jürgen Schwarzer (Link Google+) leitet die Online-Agentur schwarzer.de software + internet gmbh. Als Unternehmer und Verleger in Personalunion wie auch als leidenschaftlicher Blogger gehört er zu den Hauptautoren von startup-report.de. Innerhalb seiner breiten Palette an Themen liegen dem Mainzer Lokalpatriot dabei vermeintlich „schräge“ Ideen oder technische Novitäten besonders am Herzen.

Comments are closed.