Skimming: Fünf Jahre Haft für Manipulation an Geldautomaten

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Das Landgericht Baden-Baden sowie ein Gericht in Karlsruhe verurteilten fünf Männer wegen Manipulation an Geldautomaten zu mehrjährigen Haftstrafen. Ein 33-jähriger Mann muss dafür wegen „gewerbs- und bandenmäßiger Fälschung von Zahlungskarten sowie gewerbs- und bandenmäßigem Computerbetrugs“ nun für fünf Jahre ins Gefängnis.

Die fünf Männer manipulierten in mehreren Bundesländern Deutschlands Geldautomaten und verursachten dadurch einen Schaden von insgesamt 370.000 Euro. Beim sogenannten Skimming können Kartendaten ausgelesen und auf gefälschte Karten gebracht werden. Darüber hinaus ermöglichen Mini-Kameras den Betrügern, die Eingabe der Geheimzahl zu erfassen.

Mit diesen ausgespähten Daten haben die Täter insgesamt 146.000 Euro in Nord- und Südamerika sowie in Asien abgehoben. Bisher wurde von der Beute jedoch nur ein kleiner Teil gefunden. Bereits im Mai diesen Jahres wurden drei Männer der Geldkartenfälscherbande verhaftet und zu drei Jahren und drei Monaten bis zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Ein weiterer Betrüger konnte nun gefasst und ebenfalls verurteilt werden; er muss nun eine Haftstrafe von fünf Jahren absitzen. Die Technik der Manipulation von Geldautomaten lernten die Täter laut einem der Angeklagten unter anderem über einen Internetkontakt kennen.

„Er hat gesagt, das ist ganz ungefährlich, das ist ein Stück Blech und ein Stück Plastik, da passiert dir nichts“, erzählte einer der Angeklagten während der Gerichtsverhandlung. Des Weiteren habe er „nie gewusst, welche Beträge abgebucht wurden und wie das Geld aufgeteilt wurde“. Über den gesamten Zeitraum erhielt er rund 5000 Euro. Sein 31-jähriger Komplize hatte laut eigener Aussage „keine Ahnung, um was es da geht“ und bei den Manipulationen an den Geldautomaten stets im Auto gewartet. Laut der zuständigen Staatsanwältin waren die Zuständigkeitsbereiche jedoch unter den Angeklagten aufgeteilt. Die Taten wurden zudem in wechselnder Besetzung in verschiedenen deutschen Städten durchgeführt.

Wer Opfer von Skimming-Betrügern wird, erhält in der Regel eine Entschädigung durch die Bank. Kann diese allerdings nachweisen, dass mit der Originalkarte sowie der privaten Geheimzahl Geld abgehoben wurde, kann der Kunde nicht mit der Erstattung des Verlusts rechnen. In den letzten Jahren ist die Anzahl der registrierten Manipulationen an Geldautomaten gestiegen; während sie im Jahr 2007 noch bei 1349 lag, stieg sie 2010 auf 3183 an, was einem entstandenen Schaden von 60 Millionen Euro entsprach.


Bildnachweis: Titelbild: ©Shutterstock – Hadrian

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