Winn fordert offenen Dialog über gemeinsame Grundwerte und Kernforderungen der Ärzteschaft
Ohne die klare Definition eines Grundkonsenses werde eine nachhaltige Wahrnehmung ärztlicher Interessen nicht möglich sein, mahnte Winn. Die Bundesärztekammer sei berufen, eine solche Diskussion zu moderieren. Voraussetzung sei allerdings, dass sie ergebnisoffenen an einen solchen Prozess herangehe. "Es macht auf Dauer keinen Sinn, wenn wir uns in taktischen Manövern verlieren und mit deutlicher Mehrheit beschlossene Festlegungen im nächsten Moment durch die Hintertür wieder zu Fall bringen", ergänzte der Hartmannbund-Vorsitzende mit Blick auf die Mainzer Entscheidung zur Kostenerstattung. Nicht der Beschluss an sich, sondern die Art und Weise, wie er zustande gekommen sei, schwäche am Ende die Glaubwürdigkeit und Durchsetzungsfähigkeit der Ärzteschaft. Auch die für den Hartmannbund antragstellende Vorsitzende des HB-Nordrhein, Angelika Haus, zeigte sich enttäuscht: "Wenn dann auch noch durch solches Taktieren in der medialen Berichterstattung aus dem Grundgedanken einer Kostenerstattung mit sozial verträglicher Selbstbeteiligung die Forderung nach 'Vorkasse' wird, dann offenbart dies die Kollateralschäden einer solchen Strategie", kritisierte Haus. Kostenerstattung und Vorkasse hätten nichts miteinander zu tun. Winn abschließend: "Reden wir über Werte und Grundsätze, für die wir bisher gemeinsam gekämpft haben. Reden wir über Therapiefreiheit, freie Arztwahl und Freiberuflichkeit. Sind diese Werte für uns weiterhin unantastbar oder sind wir bereit, sie zugunsten anderer Interessen in Frage zu stellen!?"Ohne offene und ehrliche Antworten auf diese Fragen sei die Geschlossenheit der Ärzteschaft und damit ihre Schlagkraft zum Scheitern verurteilt.
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
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