Tierquälerei: PETA stellt Strafanzeige gegen angebliche QS-Qualitäts-Landwirte

20.05.2009 | Gerlingen
Aktuelles Videomaterial der Tierrechtsorganisation liefert Beweise / Ferkel werden betäubungslos kastriert

Seit Jahren recherchiert PETA Deutschland e.V. im Umfeld der in die Kritik geratenen QS Qualitäts- und Sicherheit GmbH und ihrer angeblich "vorbildlichen" Landwirte. Die QS GmbH wirbt mit artgerechter Tierhaltung und schonenden Transporten, doch nach Recherchen von PETA ist oftmals das Gegenteil der Fall. Dies belegten Videoaufnahmen, die dem Verein schon im Jahr 2007 zugespielt worden sind und zu vier Strafanzeigen geführt haben. Jetzt stellt PETA noch weitere Strafanzeigen gegen drei Betriebe. Diese Anzeigen stützen sich abermals auf aktuelles Videomaterial, welches PETA vorliegt. Die Aufnahmen zeigen, wie Puten und Schweine in Massen gehalten werden, Verletzungen und blutende Wunden sind offenbar an der Tagesordnung und werden eiskalt in Kauf genommen. Eine Behandlung der zum Teil verkrüppelten Tiere erfolgt offenbar nur in Form von Antibiotika, wie so genannte Arzneiabgabebücher belegen (Bilddokumente liegen vor). Eine individuelle Behandlung der einzelnen Tiere dürfte in dieser Turbomast mit fest einkalkulierten Verlusten von bis zu 8% nicht vorgesehen sein - und dies in einem Land, in dem der Tierschutz in der Verfassung steht.

"Leider ist die QS GmbH unseren Vorwürfen von 2007 nicht konsequent nachgegangen, sondern hat viel mehr Energie darauf verwendet uns an der Verbreitung der Beweise zu hindern", erinnert Dr. Edmund Haferbeck von PETA Deutschland e.V. "Nach vier Strafanzeigen in 2007, die z.T, immer noch laufen, haben wir aufgrund des neuen Videomaterials drei weitere Strafanzeigen wegen Tierquälerei gestellt. Damit sind inzwischen sieben QS-Betriebe angezeigt."

Neben Aufnahmen aus Putenmastanlagen in Elisabethfehn und Kampe liegt PETA Videomaterial aus zwei Schweinemastbetrieben in Prignitz (Neudorf) und Kodersdorf (Görlitz) vor, das die betäubungslose Kastration von Ferkeln zeigt. Tierquälerei, die auch in QS-Betrieben stattfindet Zwar gebe es von QS ein Positionspapier zum Thema Ferkelkastration, doch dies dient mehr der Schönfärberei.

"Wenn QS jetzt damit wirbt, dass die Ferkel mit Schmerzmitteln behandelt werden, erfolgt dies erst nach der äußerst schmerzhaften Kastration der Ferkel", so Dr. Haferbeck "Neben dem QS-Siegel, das in meinen Augen schon falsche Tatsachen vorspiegelt, liegt hier abermals ein Verbraucherbetrug der QS GmbH vor."

PETA Deutschland e.V. sieht die betäubungslose Kastration von Ferkeln zusammen mit der betäubungslosen Amputation der Schwänze sowie das betäubungslose Abkneifen der Zähne als eklatante Tierquälerei an, auch wenn das Tierschutzgesetz dies als Ausnahme in den ersten Lebenstagen erlaubt. Was gesetzlich (noch) zulässig ist, muss nicht legitim oder gerecht sein, ein Grundsatz, der gerade im Tierschutz Bedeutung hat.

Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.

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