Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tierpark Berlin
Grundlos schlug ein Zoowärter des Tierparks Berlin letzten August auf das Elefantenbaby Panya ein. Die Schläge erfolgten mit dem metallischen Ende eines sogenannten "Elefantenhakens" ins Gesicht und auf den Körper des zu diesem Zeitpunkt ein-jährigen Tieres. Der Vorfall hat jetzt ein Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt wegen Tierquälerei.
Der Angriff auf das Elefantenbaby ereignete sich damals vor den Augen des Zoo-Publikums und ist durch Videoaufnahmen dokumentiert. Zooexperte Frank Albrecht von der Tierrechtsorganisation PETA beobachtete den Ausfall als Augenzeuge: "Schläge gegen ein Elefantenbaby sind kein Kavaliersdelikt. In Kiel wurde letzten November eine Reiterin wegen Tierquälerei zu über einem Jahr auf Bewährung verurteilt, weil sie ihr Pferd geschlagen hat. Obwohl Elefanten oftmals als Dickhäuter bezeichnet werden, haben sie eine empfindlichere Haut als andere Tiere - sie können sogar eine Fliege auf der Haut spüren. Die Schläge von Herrn Buberle müssen daher hart geahndet werden."
PETA hofft auf ein schnelles Verfahren mit personellen Konsequenzen für den Tierpfleger Andreas Buberle. Auch Zoodirektor Bernhard Blazskiewitz steht in der Kritik der Tierrechtsorganisation, da dieser für den tierschutzrechtlich relevanten Missstand im Umgang mit den Tieren des Tierparks Berlin direkt verantwortlich ist. Der Tierpark habe den Vorfall im November 2008 zwar gestanden, jedoch nicht mit personellen Konsequenzen reagiert: Buberle ist trotz des Vorfalls weiterhin im Elefantengehege tätig. In der letzten Zeit ist der Tierpark mehrfach durch Missstände in der Tierhaltung aufgefallen: So wurde beispielsweise im April ein freilaufender Leopard in Frankreich entdeckt, der dort vom Tierpark ausgesetzt wurde. Auch in diesem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.
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