Ist die aktuelle Finanzkrise eine Bankenkrise, eine Systemkrise, oder ist es überhaupt eine Krise!

24.09.2008 | Dieburg
Finanzielles Desaster unüberschaubaren Ausmaßes!

Wenn Finanzmärkte frei von jeglicher nationalen oder internationalen staatlichen Regulierung arbeiten dürfen, ist es nicht verwunderlich, wenn dabei etwas herauskommt was wir jetzt haben: ein finanzielles Desaster unüberschaubaren Ausmaßes!

Hier wurde auf einer alle bisherige Vorstellungen sprengenden gigantischen Immobilien- Finanzierungs- Blase geritten, die zwar als solche von den Drahtziehern schon lange erkannt war, aber bis zum Platzen weiter aufgeblasen wurde. Jetzt da die Blase geplatzt ist und viele dieser Finanzprofis vor dem Konkurs stehen, zeigt sich, dass deren Verpflichtungen weit über deren Vermögen hinausgehen.

Frei von jeglicher Regulierung und getrieben von einer unbändigen Gier haben diese „Zocker" auf der Suche nach kurzfristigen Renditen riesige Schulden aufgebaut und sind Risiken ohne angemessene Sicherung eingegangen. Nach dem Scheitern dieses gefährlichen Spiels soll nunmehr der Bürger die Zeche zahlen.

Der BSZ® e.V. ist strikt dagegen diese „Bankenkrise" mit Hilfe von Steuergeldern in den Griff zu bekommen. Wer solche windigen Geschäfte macht, muss auch dafür haften - also die Eigentümer der Banken. Wenn die Amerikanische Regierung mit dem Geld ihrer eigenen Bürger für die gigantische Summe von 700 Milliarden Dollar faule Kredite von den Wall Street Zockern kauft, so ist das weder sinnvoll noch sozial noch dient es der Marktstabilität oder dem Schutz amerikanischer Familien oder der US Wirtschaft. Es sichert lediglich das finanzielle Überleben des „Wall-Street-Systems" und damit den Urhebern dieses weltweiten Desasters.

Wenn deutsche Landesbanken und andere Großbanken an diesem Rad gedreht haben und sich dabei verzockt haben, dann müssen Sie, wenn sie sich nicht selbst retten können, aus dem Markt ausscheiden. Die Mehrzahl der Banken und Sparkassen haben sich nämlich nicht an diesem Glücksspiel beteiligt. Der Staat ist nicht aufgerufen das Scheitern bzw. solche Machenschaften mit dem Geld seiner Bürger zu subventionieren. Das Überleben solcher Brandstifter sollte nicht in den Mittelpunkt bei der Lösung dieses Problems gerückt werden.

Die IKB und die Landesbanken SachsenLB, WestLB und BayernLB haben nach Pressemeldungen 17 Milliarden Euro in den Sand gesetzt. Der Schaden, den die Staatsbank KfW durch die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers verzeichnen muss, soll dem Vernehmen nach bei satten 536 Millionen Euro liegen. Der Verkauf der IKB kommt den Steuerzahler teuer zu stehen und die Milliarden, die Bund und Banken in Rettungsversuche gesteckt hatten, sind weg.

Wie unser System mit diesem finanziellen Super-Gau umgeht hat uns gerade die staatliche Förderbank KfW demonstriert, indem sie ausgerechnet am Tag des Insolvenzantrages von Lehman Brothers 320 Millionen Euro aus einem Termingeschäft an die zusammengebrochene US-Investmentbank überwies. Die Amis werden sich gefreut haben! Die Rechts- und Fachaufsicht über die KfW liegt übrigens beim Bundesfinanzministerium.

Unsere Politik streut der Öffentlichkeit Sand in die Augen und versucht den Crash des Systems zu verniedlichen. Dabei gefährdet diese Zockerei unsere Arbeitsplätze, unsere Spar- und Rentengroschen und bereitet einer Rezession den Weg. Der Bürger muss dem Staat Einhalt gebieten bei der Verschwendung von vielen Millionen an Steuergeldern. Die Bürger müssten eigentlich wissen, dass ein effektives Krisenmanagement von den Leuten, die die Krise mit verursacht haben oder ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind oder nur tatenlos zugeschaut haben nicht zu erwarten ist.

Diese Finanzkrise die eigentlich ein Finanzskandal ist wird dazu beitragen, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet. Mit der Krise werden die Reichen schneller noch reicher und die Zahl der Armen und Arbeitslosen wachsen schneller. Der BSZ® e.V. rät dringend davon ab, Geld in Rettungsaktionen zu investieren die nicht dem Allgemeinwohl dienen, sondern nur der Erhaltung eines sich selbst überholten Finanzsystems dienen. Es ist eine Schande wie der Staat hier Milliarden von Euro in nutzlose Rettungsaktionen verpulvert hat! Hätte man diese Mittel in ein effektives Bildungssystem investiert, wären existenssichernde Jobs, beste Chancen zur Weiterqualifizierung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Gewinn statt Verlust zu verzeichnen.

Quelle: Pressemeldung BSZ® Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V.

Dieser Beitrag wurde bisher 98 mal gelesen.
(Rang 325 auf gerichte-und-urteile.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Preistransparenz bei Call-by-Call: Verbraucher werden endlich vor Abzocke geschützt

03.11.2011 | Mit dem neuen Telekommunikationsgesetz sollen die Rechte der Verbraucher gestärkt werden. Beim Thema...

weiter in Preistransparenz bei Call-by-Call: ...

Urteile im IT-Recht

23.09.2011 | Anwälte, die sich mit dem IT-Recht, dem sogenannten Informationstechnologierecht, auskennen und hier mit auch...

weiter in Urteile im IT-Recht ...

Wirkstoffverordnung bringt Patienten keine Vorteile - weiterhin Regressgefahr für Hausärzte

20.09.2011 | "Apotheker und Hausärzte arbeiten bei der Arzneimittelverordnung vor Ort eng im Sinne der Patienten zusammen...

weiter in Wirkstoffverordnung bringt ...

Kommunen und Mittelständler haben bei Zinsswapgeschäften gute Chancen auf Schadensersatz

08.04.2011 | Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Urteil vom 22. März 2011 - XI ZR 33/11 - die Deutsche Bank wegen...

weiter in Kommunen und Mittelständler haben ...

Zur polizeilichen Ingewahrsamnahme eines Beschuldigten

06.04.2011 | Die Beschwerdeführer betraten zusammen mit einer Gruppe von etwa 100 Personen aus dem Umfeld der sogenannten...

weiter in Zur polizeilichen Ingewahrsamnahme ...



Aktuelles

Preistransparenz bei Call- by- Call: Verbraucher werden endlich vor Abzocke geschützt

Mit dem neuen Telekommunikationsgesetz sollen die Rechte der...

weiter ...

Urteile im IT- Recht

Anwälte, die sich mit dem IT-Recht, dem sogenannten...

weiter ...

Neuigkeiten

Mietrecht muss klimafreundlich und sozial gerecht sein

Zum Referentenentwurf der Bundesregierung für ein "Gesetz...

weiter ...

Ego- Googeln liegt im Trend

Zwei Drittel der Internetnutzer haben sich schon selbst...

weiter ...

Weitere Themen

Unschuldsvermutung muss auch für BA- Mitarbeiter gelten

In seiner gestrigen Ausgabe berichtete das ARD-Magazin...

weiter ...

BITKOM startet Aktivitäten in Hessen

Auftaktveranstaltung beschäftigt sich mit Cyber-Sicherheit...

weiter ...

Archiv

Lammert und Voßkuhle diskutieren über Verfassungsgericht und Gesetzgeber

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "W-Forum" diskutieren...

weiter ...

BITKOM und LKA NRW schließen Kooperationsvereinbarung

Der Hightech-Verband BITKOM und das Landeskriminalamt...

weiter ...

Verschiedenes

Nutella- Etikett kann Verbraucher in die Irre führen

Die Vitamin- und Nährwertangaben sind auf dem Nutella-Glas...

weiter ...

Roland Reuß: DFG legt detaillierte Stellungnahme zu Angriffen in FAZ- Beiträgen vor

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sieht sich seit...

weiter ...