Erste Schiedsentscheidungen zur Hausarztzentrierten Versorgung in Bayern und Bremen

23.12.2009 | Köln
Hohe Versorgungsqualität der hausärztlichen Versorgung durch Vollversorgungsverträge garantiert

In den Schiedsverfahren zwischen 69 Betriebskrankenkassen und dem Bayerischen Hausärzteverband sowie der AOK Bremen und dem Hausärzteverband Bremen haben die Schiedspersonen Dr. Klaus Engelmann, Bundessozialrichter a. D., und Dr. Arnold Knigge, Staatsrat in Bremen a. D., am 21.12.2009 bzw. am 23.12.2009 die ersten Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung festgesetzt. "Die Schiedssprüche gewährleisten für die Versicherten in Bayern und Bremen hohe Versorgungsqualität durch Vollversorgungsverträge", stellt Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, fest.

Die Verträge treten am 1. Januar 2010 in Kraft, die Vergütung im Rahmen der HzV-Verträge startet jeweils zum 01. Juli 2010. Die Vergütung der Hausärzte erfolgt weitgehend über Pauschalen: Jeweils eine kontaktabhängige und kontaktunabhängige Pauschale sowie eine Pauschale für die Behandlung chronisch Kranker bzw. Patienten mit besonderem Betreuungsaufwand eröffnen dem Hausarzt künftig mehr Zeit für seine Patienten bei weniger Verwaltungsaufwand. Über qualifikationsgebundene Zuschläge auf die Pauschalen und wenige Einzelleistungen ist es gelungen, das bisherige Honorarsystem der Regelversorgung durch eine zukunftsweisende Vergütung abzulösen. Damit folgen die Schiedssprüche weitgehend den Empfehlungen des Sachverständigenrates in seinem Sondergutachten 2009 zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen.

Weiter verpflichten sich die Hausärzte zur Teilnahme an speziellen Weiterbildungen, um immer auf dem aktuellen Stand der Medizin zu sein. Weil zudem die Verwaltungsprozesse im Hintergrund vereinfacht werden, hat der Hausarzt in Zukunft wieder mehr Zeit für die Versorgung seiner Patienten. Die beiden Landesvorsitzenden der Hausärzteverbände in Bayern und Bremen, Dr. Wolfgang Hoppenthaller und Dr. Michael Mühlenfeld, zeigen sich zufrieden mit dem Ausgang der ersten Schiedsverfahren: "Die Schiedssprüche werden entscheidend dazu beitragen, dass die Versorgung der Patienten in Deutschland verbessert wird, der Hausarztberuf wieder an Attraktivität gewinnt und zudem die wirtschaftliche Existenz vieler Hausärzte sicherer wird".

Die Schiedssprüche betreffen mit der AOK Bremen/Bremerhaven und zehn Betriebskrankenkassen in Bayern sowohl regionale Krankenkassen als auch 59 bundesunmittelbare Betriebskrankenkassen. "Wir hoffen, dass nunmehr auch die weiteren rund 1.600 Schiedsverfahren gegen die Krankenkassen zu einem positiven Ergebnis für die Versicherten in Deutschland kommen werden", betont Ulrich Weigeldt.

Quelle: Pressemeldung Deutscher Hausärzteverband e.V.

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