Auch QS-System durch Bundesverfassungsgericht gebrandmarkt

03.02.2009 | Gerlingen
PETA Deutschland e.V. fordert sofortige Aufgabe dieses Verbraucher-Täuschungssystems

Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. sieht sich in ihrer systemkritischen Arbeit gegen das CMA-Prüfsiegelsystem QS durch das heutige Urteil des Bundesverfassungsgerichts bestätigt. Die Tierrechtsorganisation erinnert daran, dass es beim Absatzfondsgesetz nicht nur um abgaberechtliche Dimensionen geht, sondern auch um Verbrauchertäuschung. Bereits der Einschub in die Fassung v. 4.10.2007, die ebenfalls als verfassungswidrig und nichtig erklärt wurde, dass "die Belange des Verbraucher-, Tier- und Umweltschutzes zentral zu fördern" seien, ist reine Heuchelei.

"Wenn etwas nicht durch das CMA-QS-System gefördert wurde, dann ist es der Verbraucher-, erst recht nicht der Tierschutz", so Dr. Haferbeck, wissenschaftlicher Berater von PETA Deutschland e.V. "Das QS-System betreut ausschließlich die per se tierquälerische konventionelle Landwirtschaft mit von PETA Deutschland e.V. dokumentierten entsetzlichem Tierelend. Die CMA bewirbt die klimaschädlichsten und auch gesundheitsgefährdenden Produkte der Hochleistungs-Agrarwirtschaft: "Die Milch machts" oder "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft."

QS wird vom Hauptgesellschafter CMA ("Zwangs"einnahmen: 88 Millionen Euro/Jahr) nach einem unveröffentlichten Bericht des Bundesrechungshofes von 2006 mit über 11 Millionen Euro aus dem "Zwangsabgabenfonds" gefördert. Dafür soll das QS-Siegel "Qualität und Sicherheit" vergaukeln. Undercover-Aufnahmen aus QS-zertifizierten Betrieben dokumentieren das Gegenteil: Tierquälerei, bedenkliche hygienische Missstände, ein Betrieb wurde bereits mit 5000 Euro Bußgeld belegt. QS versucht gegenüber PETA Deutschland e.V. selt 1 ½ Jahren vergeblich, diese Bild-Dokumentationen aus ihren Betrieben löschen zu lassen.

"2008 ist wissenschaftlich belegt worden, dass die angeblich so neutralen Kontrollen der Betriebe untauglich sind", so der PETA-Agrarexperte Dr. sc. agr. Edmund Haferbeck. Dies sei allen Betroffenen auch bekannt, zumal diese mit Geldern des Bundesforschungsministeriums geförderte Studie vom QS-Kuratoriumsvorsitzenden selbst verantwortet wird.

Systeme wie das CMA-QS-System, welches nichts anderes als Zwecksysteme zur Verblendung des dahinter stehenden Produktes geschaffen worden sind, haben in einem grenzüberschreitenden Wirtschafts-Europa nichts mehr zu suchen, zumal QS massiv auch um ausländische Partner buhlt - eine dreiste Konterkarierung des eigentlich die deutsche Agrarwirtschaft stützenden Absatzfondsgesetzes.

Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.

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